Vom 29.05. – 02.06. fanden in Berlin die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen statt. 1600 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 310 Vereinen absolvierten an 5 Tagen insgesamt 5523 Starts in den Vorläufen. Dazu kamen die Finals in den Jahrgängen am späten Nachmittag. Ein Mammutprogramm, welches vom Veranstalter hervorragend durchgeführt wurde.

© holger lohmann/werbeagentur jwd . . .

Für Emelie war es zurückblickend eine Woche mit einigen Tiefschlägen ohne die erwünschten Leistungszuwächse nach den umfangreichen letzten Trainingswochen. Angereist war sie mit viel Vorfreude und dem Ziel auf den langen Freistilstrecken in die Nähe der Podestplätze zu schwimmen und auf ihren Nebenstrecken den ein oder anderen einstelligen Platz zu erkämpfen. Sprach doch einiges dafür, da sie ohne Trainingsausfälle und vor allem verletzungsfrei gut durch die Saison gekommen war. Am ersten Wettkampftag dann aber gleich die erste schmerzliche Erfahrung. Nach 200m Schmetterling zum „Aufwärmen“ auf Platz 11 sollte dann über 800m Freistil, eine ihrer Hauptstrecken, das Topergebnis her. Doch irgendwie war nach 100m bereits Schluss. In 1:05 gut angegangen fühlte sich Emelie plötzlich fest und der Rest war purer Kampf gegen den Kopf und den Körper. 11 Sekunden über Bestzeit und Platz 10 waren sehr ernüchternd und die Frage nach dem Warum? Ohne klare Antwort ging es die nächsten Tage irgendwie so weiter. Zwar konnte sie über 1500m Freistil am Donnerstag in 18:37min ihres bestes Rennen schwimmen mit Platz 6 und der Steigerung ihrer persönlichen Bestzeit um über 14 Sekunden. Aber so richtige Freude wollte nicht aufkommen, weil der berühmte Knoten sich nicht ganz löste in der Meisterschaftswoche.

Nun gibt es Gott sei Dank Schlimmeres als bei einer Deutschen Meisterschaft den 6., 10., 11., 15., 19. und 25.Platz zu belegen, wenn man zudem noch weiß, dass es über 3500 weibliche Wettkampfschwimmerinen gibt im Jahrgang 2004 und sich lediglich die 30 Besten auf einer Strecke qualifiziert haben. Wenn man jedoch in die erste Reihe will und von einer Medaille träumt, ist die Enttäuschung die andere Seite der Medaille und damit muss man auch lernen umzugehen.

Nächstes Jahr werden die Karten wieder neu gemischt, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg im Wasser und auf dem Land. Der Sportler fängt damit am Besten gleich an, dachte sich Emelie und entschied sich nach einem großen Schnitzel auf der Rückfahrt am nächsten Tag beim Scharfensteinlauf teilzunehmen. Dort gewann sie ihre Altersklasse und wurde Gesamtdritte. Läuferin will Emelie aber auf keinen Fall werden. Sie bleibt ihrem Element treu und wird, so wie ich sie kenne, weiter fleißig Kilometer um Kilometer im Wasser trainieren und nächstes Jahr wieder angreifen!

Der SV Halle wurde im Übrigen wieder bester Verein Deutschlands vor dem SC Magdeburg. Damit ist relativ klar, welches Bundesland im Nachwuchsschwimmen in Deutschland den Ton angibt!

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